Pharaoameisen

Aussehen

Pharaoameisen sind recht kleine Ameisen. Die Arbeiterinnen dieser Art werden maximal 2,5 Millimeter groß. Die Königin erreicht die doppelte Größe. Die Arbeiterinnen sind von heller Farbe, während die Königin meist dunkel ist.
Der Körperbau der Pharaoameise gleicht dem jeder anderen Ameisenart: Ihr Körper ist deutlich in mehrere Glieder unterteilt, sie haben sechs Beine und kleine Fühler.

Lebensweise

Wie für Ameisen typisch, gründen auch Pharaoameisen ein Volk. Das Ameisenvolk lebt gemeinsam in einem Nest. Jede Ameise hat eine spezielle Aufgabe zu erfüllen. In einer Ameisenkolonie kann es auch mehrere Königinnen geben. Bei Pharaoameisen wurden Völker mit bis zu 2000 Königinnen entdeckt. Pharaoameisen haben eine sehr vielseitige Ernährung: Sie fressen eiweißhaltige, aber auch kohlenhydratreiche Nahrung. Da Pharaoameisen eigentlich sehr warme Temperaturen benötigen, schwärmen sie hierzulande nicht aus zur Partnersuche. Stattdessen paaren sie sich am Boden in ihrem Nest. Eine Ameisenkönigin legt im Laufe ihres Lebens etwa 300 Eier. Die Männchen der Pharaoameise leben nur wenige Wochen, da sie bis auf die Befruchtung keine wichtige Aufgabe zu erfüllen haben. Die Weibchen hingegen können knapp ein Jahr alt werden.

Vorkommen

Ursprünglich stammen Pharaoameisen aus den Tropen und Subtropen. Ihren Namen tragen sie, da sie zuerst auf den Mumien der alten Pharaonen entdeckt wurden. Die Art wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Deutschland gebracht. Wegen der zunehmenden modernen Wohnungsbesiedelung konnte sich die Pharaoameise hierzulande ausbreiten. Man findet sie vor allem an gut beheizten Orten, da sie hohe Temperaturen bevorzugen.
So nisten sich die Ameisen gern in Wandritzen, hinter Fliesen oder auch in Möbelstücken ein. Die Rückseiten von Kühl- oder Gefrierschränken bieten der Pharaoameise ebenfalls einen optimalen Unterschlupf, da diese sehr warm sind. Da Pharaoameisen auch Menschenfleisch essen können, findet man sie gelegentlich in Leichenhäusern, Krankenhäusern oder Pflegeheimen.

Wie schützt man sich vor einem Befall?

Aufgrund ihrer minimalen Größe können Pharaoameisen in kleinste Öffnungen und Spalten eindringen. Auch verpackte Lebensmittel sind vor den Schädlingen meist nicht sicher. Oft wandern sie durch Lüftungsschächte, wenn sie sich ein neues Habitat suchen. Es ist nahezu unmöglich, sich vor den Schädlingen zu schützen.

Welche Probleme bereiten Pharaoameisen?

Pharaoameisen sind äußerst lästige Schädlinge. Sie verunreinigen Nahrungsmittel, da sie diese anknabbern oder mit Kot ungenießbar machen.
Außerdem übertragen sie nachweislich Krankheiten wie Salmonellen. Zudem gelten sie als Überträger sogenannter Krankenhausinfektionen, weshalb sie ein hohes Risiko für Intensiv- oder Geburtsstationen, aber auch den OP-Bereich darstellen.
Hinzu kommt, dass die kleinen Tierchen Kurzschlüsse oder Kabelbrände auslösen können, wenn sie sich in elektronische Geräte verirren.
Somit sind Pharaoameisen nicht nur für den Menschen gefährlich, sondern auch Lebensmittel- und Materialschädlinge.

Wie kann man Pharaoameisen bekämpfen?

Es ist zwecklos, als Laie Pharaoameisen bekämpfen zu wollen. Die winzigen Tiere legen ihre Nester sehr versteckt an. Droht dem Volk Gefahr, können sie das gesamte Nest innerhalb weniger Minuten verlegen.
Ein Experte sollte die Beseitigung der Schädlinge vornehmen. Er hat neben seiner Berufserfahrung die passende Ausrüstung, um die Pharaoameisen zu bekämpfen.