Ratten

Aussehen

Die Ratte gehört zur Gruppe der Altweltmäuse (Murinae), welche 65 Arten umfasst. Die braungrau gefärbte Wanderratte ist mit Schwanz zirka 40 Zentimeter lang, wobei der Schwanz kleiner ist als der Körper. Sie haben eine kräftige Statur und können bis zu 500 Gramm wiegen. Die Augen und Ohren sind eher klein. Die Schnauze ist abgeschrägt.
Die Hausratte ist braungrau oder grauschwarz und hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 16 bis 24 Zentimetern. Der Schwanz ist größer als der Körper und wird bis zu 25 Zentimeter lang. Die Augen und Ohren sind verhältnismäßig groß, die Schnauze verläuft spitz.

Lebensweise

Ratten sind nachtaktiv. Die Ratten leben in größeren Gruppen von bis zu 50 Tieren, welche sich gegenseitig am Geruch erkennen. Das Revier wird vor anderen Haus- oder Wanderratten geschützt.
Ratten sind Allesfresser, daher nehmen sie pflanzliche und tierische Nahrung zu sich. Eine Hausratte kann unter günstigen Bedingungen ganzjährig Nachwuchs zeugen. Die Tragezeit beträgt zirka drei Wochen. Pro Wurf können bis zu zehn Tiere geboren werden. Die Wanderratten sind sehr kopulationsfreudig und können bis zu sechs Mal pro Jahr werfen. Pro Wurf kommen sechs bis acht Jungtiere auf die Welt.

Vorkommen

Die in Deutschland weit verbreiteten Haus- und Wanderratten sind sogenannte Kulturfolger. Sie leben in der Nähe des Menschen und haben sich an diesen angepasst.
Die Hausratte ist in Deutschland inzwischen extrem selten und befindet sich daher auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Ein Grund für den Rückgang der Hausratte ist die starke Verbreitung der Wanderratte. Die eingeführten Populationen bevorzugen die Nähe des Menschen und bewohnen Mülldeponien, Abwasserkanäle, Keller, Lagerhäuser, Ställe oder Bauernhöfe.

Wie schützt man sich vor einem Befall?

Es gibt keine Methode oder Maßnahme, die hundertprozentig vor dem Befall mit Ratten schützt, da die Tiere sehr schlau sind. Es gibt allerdings ein paar vorbeugende Maßnahmen, die das Risiko eindämmen.
Essensreste sollten nicht offen gelagert werden, da Ratten durch Nahrung angelockt werden. Das betrifft auch Futterstationen für Vögel. Das Herunterspülen von Nahrungsresten in der Toilette kann die Nagetiere ebenfalls anlocken, da sich zirka 80% aller Ratten in der Kanalisation aufhalten. Fleisch- oder Fischreste sollten nicht kompostiert werden, da diese ebenso Ratten anlocken.

Welche Probleme verursachen Ratten?

Ratten sind ein vielseitiges Problem und gelten als Hygiene-, Vorrats- und Materialschädlinge. Da es sich bei Ratten um Allesfresser handelt, fressen sie sämtlich Lebensmittel der Menschen und verschmutzen diese mit ihrem Kot. Die Lebensmittel können dadurch nicht mehr verzehrt werden. Ratten sind aber auch direkt gefährlich für den Menschen. Ratten können das Lassa-Fieber, Tollwut oder Salmonellen auf den Menschen übertragen.

Wie kann man Ratten bekämpfen?

Ratten sind sehr hartnäckige Schädlinge. Rattenfallen können zwar erste Resultate erzielen, allerdings können sie die Tiere nicht komplett vertreiben. Zudem können Rattenfallen mit Rattengift auch sehr gefährlich für den Menschen sein.
Um Ratten zu bekämpfen, reicht kein kurzfristig orientierter Lösungsansatz, da sich die Populationen rasant vergrößern können.
Bei einem Befall muss unbedingt ein Experte hinzugezogen werden. Dieser hat die entsprechenden Mittel und die notwendige Erfahrung, um Ratten zu bekämpfen. Zudem kennt dieser die Rechtslage, was besonders im Fall der Hausratte wichtig ist, da sie sich auf der Roten Liste der gefährdeten Arten befindet.